U-Bahnhof „Deutsches Bergbau-Museum“ steht unter Denkmalschutz
Die Station „Deutsches Bergbau-Museum“ der U35 „CampusLinie“ ist die erste U-Bahnstation in Nordrhein-Westfalen, die als technisches Denkmal anerkannt wird
- 14.09.2026 um 06:44
- Bochum
Die Stadt Bochum hat die U-Bahnstation „Deutsches Bergbau-Museum“ als Teil der U35 „CampusLinie“ offiziell unter Denkmalschutz gestellt. Damit ist die Station die erste U-Bahnstation in Nordrhein-Westfalen, die als technisches Denkmal anerkannt wird. Die Unterschutzstellung erfolgte am 13. September, dem bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“, der in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmal & Infrastruktur“ stand.
Bürgermeisterin Barbara Jessel überreichte vor Ort die offizielle Denkmalplakette für den Bahnhof. Sie sagte: „Tief unter der Erde bewegt die U-Bahn Menschen – von einem Ort zum nächsten. Wer hier entlanggeht, spürt die Geschichte: Alt-Bochumerinnen und Bochumer erinnern sich an die Zeiten des Bergbaus, Neu-Bochumerinnen und Bochumer entdecken, was diese Stadt geprägt hat und erfahren im Museum, wie all das bis in die Zukunft wirkt. Bochum – eine Stadt, die nie stillsteht. Eine Stadt in Bewegung.“
Die U35 nimmt innerhalb der Region eine besondere Rolle ein. Sie gilt als bedeutendes Zeugnis der Stadtbahnplanungen der 1960er- und 1970er-Jahre und ist zugleich die einzige Stadtbahnlinie im Ruhrgebiet, die zwei Städte – Bochum und Herne – direkt miteinander verbindet. Die 1989 fertiggestellte Station „Deutsches Bergbau-Museum“ entstand in der sogenannten „Bochumer Bahnhofsbauweise“. Entworfen wurde sie vom städtischen Ingenieur Jochen Habeck, der die Station zugleich als außenliegenden Ausstellungsraum des Deutschen Bergbau-Museums Bochum konzipierte.
Heike Möller, Leiterin des Amts für Stadtplanung und Wohnen der Stadt Bochum, erklärte: „Die architektonische Gestaltung greift Themen des Bergbaus auf und schafft damit eine direkte Verbindung zwischen der unterirdischen Verkehrsinfrastruktur und der montanhistorisch geprägten Stadtgeschichte an der Oberfläche.“
Die Untersuchung der Denkmaleigenschaft sowie die nun erfolgte Unterschutzstellung gehen auf ein gemeinsames Erfassungsprojekt zur Architektur der 1960er- bis 1980er-Jahre mit dem Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum unter Leitung von Jun.-Prof. Dr. Christine Beese zurück. Die konkrete Unterschutzstellung erfolgte gemeinsam durch die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bochum und die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen.
Mit der neu angebrachten Denkmalplakette wird die Station künftig auch sichtbar als Teil des baukulturellen Erbes Bochums gewürdigt. Dorothee Dorn vom Tiefbauamt sagte dazu: „Wir messen dem Erhalt dieser einzigartigen U-Bahnstation am Deutschen Bergbau-Museum Bochum große Bedeutung bei und sehen mit dem Denkmalschutz eine gute Möglichkeit, dies für die Zukunft zu sichern.“ Die Unterschutzstellung unterstreicht zugleich die Bedeutung der Stadtbahn für die Stadtentwicklung Bochums sowie die architektonische und gestalterische Verbindung der Station zur Bergbaugeschichte der Stadt und zum Deutschen Bergbau-Museum Bochum als Erinnerungs- und Vermittlungsort der Montangeschichte.
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Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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